Am Dienstag Mittag ging es mit einer insgesamt 14 köpfigen Reisegruppe ab Basel mit dem ICE bis Frankfurt Flughafen. Nach dem kippen von etwas starken Alkohol aus dem Duty Free Shop gings dann mit der staatlichen rumänischen Fluggesellschaft TAROM direkt nach Cluj. Das Flugzeug war erstaunlich modern und der Bordservice wohl besser als bei mancher mitteleuropäischen Airline. Auf jeden Fall gibt noch immer eine warme Mahlzeit und Bier/Wein soviel man möchte.
Nach der Ankunft machten wir für 25 Lei (CHF 9.00) ein Taxi zum Hotel klar. Nach einem kurzen Aufenthalt im vom Preis-Leistungsverhältnis hervorragenden Hotel Confort (Doppelzimmer für etwa 20 Euro Person/Nacht) gings in etwa 10 Fussminuten in die Innenstadt und gabs auch zu später Stunde noch etwas zu essen. Für einen Dienstag Abend war in der Studentenstadt doch in einigen Kneipen einiges los. Nach ein paar günstigen Bieren, Drinks und einem (Dra-)Gölä ähnlichen rumänischen Song kamen wir auf jeden Fall nicht vor Halbfünf ins Bett.
Am Spieltag gings verhältnismässig früh aus den Federn um noch etwas Sightseeing zu machen. Der obligate Abstecher zum Bahnhof durfte natürlich nicht fehlen und schliesslich fuhren wir auch noch mit den holprigen Nostalgietrams durch die Stadt. Bemerkenswert vorallem die speziellen Entwerter in den Trams die man von Hand bedienen muss. Und natürlich die Leute welche sich bekreuzigen wenn man an einer Kirche vorbeifährt. Insgesamt eine ganz vernünftige Stadt. Die Innenstadt sogar sehr schön und belebt mit vielen Restaurants und Cafés. Für das sehr gute Mittagessen bezahlten wir zu zweit etwa 15 Franken für Hauptgang, Dessert und Getränke. Da kann man wohl nicht maulen.
Nach dem Essen gings zur Einstimmung auf das Spiel noch seeehr lange in einen Biergarten und von diesem dann per Taxi zum Stadion. Unser Taxifahrer erwischte glücklicherweise den richtigen Eingang. Diverse Leute wurden bei den Cluj Eingängen abgeladen und mussten sich dann den Weg zu unserem Eingang bahnen. Leider verhängte die Polizei auch rund ums Stadion ein Alkoholverbot. So bekamen wir auch in einem Tante Emma Laden der etwa 400 Meter vom Stadion entfernt war kein Bier mehr. So gings dann halt rein ins Stadion. Interessanterweise wurde dort unser Eingang etwa ein halbe Stunde vor dem Spiel geschlossen, obwohl unsere Reisegruppe noch nicht komplett im Stadion war. Letztendlich schafften es doch noch alle rein ins Stadion.
Dieses wurde für die erste Teilnahme an der Championsleague vor 2 Jahren kräftig aufgepeppt. Mit Ausnahme des Gästeblocks ist eigentlich so ziemlich alles neu im Stadion. Leider waren dann die Tribünen nur sehr spährlich besetzt. Die Eintrittspreise waren scheinbar ca. 10 mal teurer als bei einem Meisterschaftsspiel. Da muss man sich natürlich auch nicht wundern. Zudem ist CFR (Eisenbahnerclub) nur der 2. Verein in der Stadt und eher Retorte. Der Lieblingsklub der Einheimischen ist aber Universidad.
In unserem Block gabs noch Theater wegen den aufgehängten Fahnen. Scheinbar dürfen diese gem. Uefa nicht im Sichtfeld der Kameras platziert werden. Es hiess das Spiel werde erst angepfiffen wenn die Zaunfahnen umgehängt werden. Was für ein Humbug! Die Fahnen blieben dort, einige Bengalen wurden beim Einlauf gezündet und das Spiel begann.
Zumindest eine Mannschaft war auch schon in den ersten 10 Minuten auf dem Feld. Unsere Jungs pennten brutal und waren kurz nach Spielbeginn schon mit 0:2 im Rückstand. Das gibts ja gar nicht... Der FCB steigerte sich zwar, hatte ewig Ballbesitz und wenig Chancen und kam schliesslich noch zum 2:1 Anschlusstreffer. Der nutzte natürlich nur begrenzt etwas.
Stimmungsmässig war das ganze angesichts der wenigen Zuschauer halt auch etwas Bescheiden. Die rund 200 (wovon 80 mit dem Zug in rund 22 Stunden, Respekt!) mitgereisten Basler sorgten für etwas Stimmung im Stadion und auch von Cluj war zeitweise etwas zu hören. Wahnsinnig Laut wars eigentlich nie.
Nach dem Spiel gings auf einige Frustbiere zurück in unser Pub und danach weiter in den guten Kellerclub. Dort lief noch einiges und wir wurden von einheimischen x-mal auf den unglaublichen Blickartikel angesprochen. Der Blick brachte es doch tatsächlich zustande Cluj mit ein paar abgefuckten Bildern mit einem Toten Hund aus den Vororten als Stadt "der toten Hunde" zu betiteln. Dies machte in Rumänien logischerweise schnell die Runde und war ein riesiges Thema in den örtlichen Zeitungen und Fernsehsendern.
Am nächsten Tag gings ohne Zwischenfälle mit dem Flugzeug zurück nach Frankfurt und von dort weiter nach Basel. Insgesamt ein weiterer toller Ausflug in den Osten Europas!

