Vom eidgenössischen Schwingfest in Frauenfeld fuhr ich am Sonntag Abend direkt per Zug nach München, wo ich den Rest unserer Reisegruppe traf. Nach einer kurzen Nacht im Hotel direkt beim Bahnhof gings am nächsten Tag früh auf und dann auch gleich mit dem Zug raus zum Flughafen. Auf der 40 minütigen S-Bahnfahrt ist uns dann noch die legendäre Transrapid Flughafen München Rede von Edmund Stoiber in den Sinn gekommen. Wer diese nicht kennt sollte sich das auf Youtube nicht entgehen lassen. Eine leicht verwirrte Sache....
Aber nun zurück zu unserer Reise. Da wir bei Moldovian Airlines einen Flug nach Chisinau buchten rechneten wir eigentlich auch mit der entsprechenden Maschine. Leider wird dieser Flug in Partnerschaft mit Lufthansa durchgeführt, daher gings dann halt mit einer Lufthansa Maschine in rund 2 Stunden nach Chisiniau. Der Flug kostete rund 270 Euro. Das geht so in Ordnung da wir doch sehr kurzfristig gebucht hatten.
Letztendlich waren wir dann kurz nach 13 Uhr im Hotel. Für das Taxi zum Hotel bezahlten wir 10 Euro. Das war wohl ein Touristentarif aber auf 3 Personen gerechnet doch immer noch ein Schnäppchen. Für alle die sich gerne in alte kommunistische Zeiten zurück versetzen lassen sei das Hotel Cosmos eine Empfehlung. Es liegt etwa 10 Minuten zu Fuss vom Zentrum entfernt und sehr nahe beim riesigen Markt. Es hat eine grosse Hotellobby, sehr dunkle Gänge und heruntergekommene Teppiche. Die Zimmer sind aber grundsätzlich sauber und die Badezimmer sind teilweise renoviert. Also so für ein oder zwei Nächte ganz OK. Die Doppelzimmer kosten 39 Euro ohne Klimaanlage und die Superior Zimmer mit Klimaanlage kosten 49 Euro jeweils inkl. Frühstück. Das Frühstücksbuffet war für Ostverhältnisse ganz in Ordnung. Einzig die mit Käse gefüllten Teigtaschen oder Omeletten konnten mich bis zur Abreise irgendwie nicht begeistern.
Da gewisse Leute im dunklen Hotelgang das Zimmerschloss nicht wirklich fanden und dabei den Schlüssel abgebrochen ist wurde der Aufenthalt im Hotel etwas länger als geplant. Trotzdem gings dann relativ rassig wieder raus und auf Erkundungstour in Chisinau. Es hat einen riesigen Markt, einige Sehenswürdige Gebäude und diverse schöne Parks die zum verweilen einladen. Auf jeden Fall waren wir grundsätzlich positiv überrascht von Chisinau. Da es dort kaum Touristen gibt, hat es auch so gut wie keine Kleinkriminalität. Ein Bier kostete an sehr guter Lage in der Stadt etwa CHF 1.50 und auch das Essen war sehr gut und günstig. Die Leute sind freundlich und versuchen sich mit einem zu verständigen auch wenn sie kein englisch Sprechen. Das haben wir im Osten doch auch schon anders erlebt.
Es hatte auch die eine oder andere Bar welche 24 Stunden geöffnet hatte. Dies kam uns selbstverständlich entgegen. Der Vodka Apfelsaft floss auf jeden Fall in Strömen, was man dann am nächsten Morgen auch etwas spürte. Auch in der Nacht fühlen wir uns immer sicher. Abseits der Hauptstrassen ist es zwar auf Grund der fehlenden Strassenbeleuchtung etwas dunkel aber das war kein Problem.
Am 2. Tag gings dann um 19 Uhr mit dem offiziellen Reisetross des FC Basel von Chisinau in die abtrünnige Republik Transnistrien und deren Hauptstadt Tiraspol. Transnistrien wird nur von ganz wenigen Ländern darunter Russland anerkannt und an den Grenzen stehen russische Soldaten und Panzer. Es kann an diesen Grenzen zum Teil auch ziemlich mühsam werden, da die Grenze offiziell nicht anerkannt wird, können die Grenzwachen grundsätzlich machen was sie wollen. Es gibt da keine Reglemente und so fliesst dann je nachdem auch mal ein Bestechungsgeld. Da wir mit dem offiziellen Tross unterwegs waren, hatten wir wenig Probleme. Alle Pässe wurden kurz eingezogen und nach 20 Minuten Wartezeit an der Grenze gings bereits weiter.
In Transnistrien hatte man das Gefühl das ganze Land sei Dunkel. Einzig das Flutlicht des Stadions leuchtete in die Nacht hinaus. Der Sheriff Konzern welcher so ziemlich alles im Land kontrolliert hat ein topmodernes Stadion und Trainingsgelände aufgebaut für Sheriff Tiraspol. Das 5 Sterne Hotel neben dem Stadion scheint fertig gebaut, ist aber noch nicht in Betrieb. Das Eintrittstickets kostete etwa 1.50 Euro und eine Cola im Stadion etwa 0.40 Eurocent. Bezahlt wird in Transnistrischen Rubel. Diese kann man nur in Transnistrien aber auch im Stadion selbst wechseln.
Die Eintrittskontrolle war dann sehr genau und etwas mühsam. Die Organisation von Sheriff scheinbar auch noch nicht über alle Zweifel erhaben. Auf jeden Falll tauchten bei unserem Eingang plötzlich 2 Busse voll mit Tiraspol Fans auf. Nach den 2 Kontrollen war man dann drin im Stadion. Stimmungsmässig war zu Beginn einiges Los da Sheriff die ersten 10 Minuten mächtig aufs Tempo druckten und unsere Jungs doch grössere Probleme hatten. Irgendwie fand der FCB dann die ganze erste Hälfte den Tritt nicht wirklich. Allerdings merkte man schon bald das Sheriff dem Anfangstempo Tribut zollen musste. Der FCB wurde in der 2. Hälfte immer besser und gewann zum Schluss verdient mit 0:3. Die Tore wurden von rund 30 - 40 mitgereisten Fans bejubelt. Streller und Frei welche bei jedem Auswärtsspiel in der Schweiz ausgepfiffen werden (warum eigentlich??) sendeten mit Ihren Toren ein grosses Ausrufezeichen an den Rest der Fussballschweiz.
Nach dem Spiel gings dann per Bus die rund 70 Kilometer zurück nach Chisinau. An der Grenze traten absolut keine Probleme auf und wir wurden diesmal gar durchgewunken. Da das Spiel erst um 21.45 Uhr (1 Stunde Zeitverschiebung) angepfiffen wurde, waren wir erst kurz nach 1 Uhr zurück in Chisinau. Dort gings noch in eine Bar auf einige wenige Bierchen.
Am nächsten Tag flogen wir mit Lufthansa wieder zurück nach München und von dort mit dem Zug wieder zurück nach Basel. Auf Grund diverser Baustellen zwischen München und Lindau trafen wir mit einer halben Stunde verspätung in Basel ein. Das kam allerdings auch nicht mehr wirklich drauf an.

