a wir am Sonntag in Wien Hütteldorf noch Rapid Wien gegen Wiener Neustadt guckten, reisten wir bereits am Montag morgen per Zug von Wien West aus nach Budapest Keleti. Im Normalfall schafft man das in knapp 3 Stunden. Unser Railjet hatte aber ein wenig Verspätung so das wir es in rund 3 1/2 Stunden nach Budapest schafften. Das Spiel wurde von der UEFA leider dorthin verlegt. Grundsätzlich wären wir eigentlich auch lieber in die ungarische Provinz gefahren.
Der Montag und der Dienstag standen dann im Zeichen des Sightseeing und Budapest hat da ja auch einiges zu bieten. Eigentlich beginnt dies bereits bei der Ankunft im prunkvollen Budapester Bahnhof Keleti. Ansonsten darf man auf keinen Fall die grosse Markthalle, eine Fahrt auf der Donau, die Kettenbrücke, das imposante Parlamentsgebäude und natürlich die grosse Burg im Budaer Stadtteil verpassen. Wer etwas mehr Zeit hat, sollte wohl noch eines der Badehäuser, den Memento Park mit den kommunistischen Statuen und die Insel auf der Donau besuchen.
Preislich ist Budapest auf Grund des momentan schwachen Forints sehr attraktiv. Wie überall im Osten gilt die Faustregel das man auf den touristischen Hauptplätzen einiges mehr für ein Bier zahlt als an weniger touristischen Orten. Wir bezahlten für ein grosses Bier ab 300 Forint in einer Studentenkneipe bis zu 1100 Forint in einem Brauerei Restaurant direkt beim Hauptplatz in der Fussgängerzone im Stadtteil Pest. In vernünftigen Restaurants sind so 600 - 700 Forint ein üblicher Preis. Für das 3 Stern Hotel Queen Mary bezahlten wir für alle 3 Nächte zusammen zu zweit ganze 102 Euro. Das Hotel liegt in der Mitte zwischen Bahnhof Keleti und den Einkaufsstrassen und ist ganz empfehlenswert. Preis- / Leistung stimmt dort auf jeden Fall.
Bis zum Spieltag am Mittwoch vergrösserte sich unsere Reisegruppe auf insgesamt 9 Nasen. Nach dem eintrinken am Nachmittag gings dann mit dem Taxi raus zum Stadion. Dort lohnt es sich im Hotel ein Taxi zu bestellen. Es bestehen grosse Unterschiede in der Preisgestaltung für Touristen bei den einzelnen Taxi Unternehmen. Wir bezahlten raus bis zum Ujpest Stadion rund 3000 Forint, also etwa 15 Franken für 3 Personen. Das grössere Taxi war etwas teurer.
Bei der Tankstelle vor dem Stadion war dann die Situation mit den Heimfans ziemlich entspannt. So genehmigten wir uns noch eine kleine Zwischenverpflegung in Form eines Schnaps. Das teil nennt sich Forums und hat ein Schweizer Kreuz auf dem Logo und schmeckt in etwa so wie ein Ricola-Bonbon ohne Zucker. Oder ein Jägermeister aber einfach viel, viel bitterer. Nachdem wir das Teil runtergewürgt hatten gings dann in Richtung Stadion.
Die Tickets waren für den Gästesektor erst etwa eine halbe Stunde vor Anpfiff bereit. Dadurch wurden gewisse Leute doch schon etwas nervös. Die nette ungarische Dame mit den Tickets und der Kasse im Plastiksack verkaufte uns aber schliesslich die Tickets und jeder kam rechtzeitig ins Stadion. Der Preis von 1000 Forint (CHF 5) war für die Haupttribüne äusserst fair. Zu unserem erstaunen waren dann die Fansektoren nicht getrennt. Es gab zwar einen separaten Eingang für die Gästefans. Im Innern kamen aber alle auf der Haupttribüne wieder zusammen. Dies war allerdings eigentlich nicht wirklich ein Problem da alles ziemlich ruhig ablief.
Die Stimmung im Gästesektor war während des ganzen Spiels ganz gut, es wurde durchgesungen und die beiden Toren wurden zelebriert. Die Debrecen Kurve war gut gefüllt aber nur selten zu hören. Aber es ist natürlich auch nicht so einfach wenn man seine Heimspiele etwa 3 Stunden von zu Hause entfernt austragen muss.
Mit den Toren von Stocker und dem ganz jungen Granit Xhaka erzielte der FCB das 0:2, welches man wohl als Wunschergebnis bezeichnen kann. Alles in allem fiel das Resultat vielleicht 1 Tor zu Hoch aus. Franco Costanzo musste doch das eine oder andere Mal retten. Der FCB war aber technisch und taktisch die bessere Mannschaft. Die Ungaren waren vorallem sehr kämpferisch und konditionell auf einem guten Niveau.
Nach dem Spiel gings dann per Taxi wieder zurück in die Stadt. Man sollte auf keinen Fall eines der Taxis nehmen die direkt beim Stadion warten. Diese verlangen absolut überteuerte Preise. Uns wollten Sie nur für etwa 6000 Forint mit in die Stadt nehmen. Das ist rund das doppelte wie auf der Hinfahrt. Da wir die Visitenkarte vom Taxi der Hinfahrt noch hatten konnten wir dort telefonisch eins ordern und wurden wieder zum günstigen Preis zurückchauffiert.
Danach gings zum Feiern in eine Studentenkneipe in der Nähe des Hotels. Dort waren wir schon am Vorabend. Die Preise dort sind absolut sensationell. Der teuerste Schnaps kostet etwa 800 Forint und das Bier ganze 300 Forint. Dazu gibts noch so ein spezielles Getränk das sich Mozi nennt. Wir konnten bis zum Schluss nicht hundertprozentig rausfinden was drin ist. Wir vermuten Rotwein, Sirup und aufgefüllt mit Wasser. Es schmeckt auf jeden Fall hervorragend. Vorsicht: Es schmeckt wie Limonade und fährt einem ziemlich in den Kopf. Auf jeden Fall machten einzelne Personen unserer Reisegruppe nach dem Genuss von einigen Mozis ziemlich spezielle Fotos.... Näher gehen wir jetzt hier nicht darauf ein....
Am Donnerstag morgen gings dann per Zug nach Wien und von dort mit dem Flieger zurück nach Zürich. Interessanterweise kostete das Zugtickets von Budapest nach Wien viel weniger als jenes Wien nach Budapest. Wieso dies so war konnten wir auch nicht ganz erörtern.

