Auf Grund der langen Flugzeit von 5 Stunden und der 3 stündigen Zeitverschiebung gings bereits am Dienstag Nachmittag mit dem Hello Charter und etwa 50 FCB Anhänger, der Mannschaft und dem ganzen Staff in Richtung Baku. Wir landeten ziemlich genau um 22.30 Uhr Ortszeit und kamen dann für Ostverhältnisse eigentlich relativ rasch durch die Passkontrolle.

Danach gings per Transferbus in die Stadt und dort per Taxi weiter in den Ausgang. Dieses unterfangen stellte sich dann als nicht ganz einfach heraus. Grundsätzlich wollten wir eigentlich noch einen Teil des Spiels Arsenals - Celtic in einem Irish Pub gucken. Da wir die Adresse von diesem hatten, waren wir eigentlich auch zuversichtlich dieses zufinden. Aber scheinbar gibt es schlicht keinen Taxifahrer der diese Strasse oder geschweige denn das Pub kannte. Dieses haben wir auf jeden Fall bis zum Schluss unserer Reise gesucht und obwohl im Stadtzentrum gelegen nicht gefunden. Vermutlich gibts das Teil gar nicht mehr. Denn ganz Baku ist momentan eine riesige Baustelle. Mit Ausnahme der von der Unesco geschützten Altstadt, werden die Ölmillionen in pompöse Hallen, Gebäude und Meerpromenaden investiert. Die grosse Masse der Bevölkerung ist aber grundätzlich ziemlich arm aber dies scheint das Staatsoberhaupt, welcher an jeder 2. Ecke von einem Plakat auf die Leute hinunterguckt nicht wirklich zu interessieren.

Aber zurück zu unserem Taxifahrer, da wir wussten das dieses Pub in der Nähe eins Mc Donalds liegt, haben wir ihm dies nocht mitgeteilt. Er fuhr uns auch zu einem Mc Donalds nur war es einer der leicht ausserhalb gelegen war und nicht wirklich bei unserem Pub. Daher rein ins nächste Taxi und weiter in Richtung Innenstadt. Dort gingen wir dann einfach in die nächste offene Kneipe und genehmigten uns endliche das eine oder andere Bier.

Noch etwas zu den Preisen: Das Bier gabs ab 1 Manat (beim Stadion) bis zu max. 4 Manat im absoluten Zentrum. Ein Manat ist etwas weniger Wert als ein Euro. Auch die Matchtickets kosteten zwischen 1 Manat (Kurve) und 2 Manat (Tribüne). Das Big Mac Menu gabs für ca. 3.50 Manat Also alles in allem sehr faire Preise für unsere Gewohnheiten. 

Am Mittwoch gings dann zum Sightseeing. Via Strandpromenade am kaspischen Meer mit einem Park und diversen Restaurants, welche sich direkt am Meer allerdings mehrheitlich im Umbau befindet, gings in die sehenswerte Altstadt.  In dieser befindet sich der Jungfrauenturm welcher aus dem 11. Jahrundert stammt, also schon einige Jährchen auf dem Buckel hat.

Danach gings dann per Taxi raus zum Stadion um mal eine erste Besichtigung von diesem zu machen. Die Taxis in Baku haben übrigens generell keine Zähler. Daher muss man den Preis immer vorher aushandeln. Für eine 20 Minütige Fahrt ist man mit 5 Manat recht gut am Start. Meistens überbieten einem die Taxifahrer um 1 Manat bei den Preiverhandlungen. Daher aus taktischen Gründen einfach mal 4 Manat anbieten und gucken was der gute Mann meint. Taxis hat es auf jeden Fall genügend. Über die Qualität der Fahrer kann man sich auf jeden Fall streiten. Fremdsprachen kann eh keiner. Und wenn man Ihnen z. Bsp. die Visitenkarte vom Hotel unter die Nase hält verstehen Sie das auch nur begrenzt, kennen entweder die Strasse nicht oder können schlicht nicht lesen.

Beim Stadion machten wir dann einige Erinnerungsfotos und gingen noch auf die Suche nach einigen Souvenirs wie Matchplakaten und ähnlichem. Das Stadion ist nach dem Linienrichter Tofik Bakhramov benannt, welcher ja das berühmte Wembley Tor im Jahr 1966 gegeben hat. Danach gings per kultiger Metro zurück in die Innenstadt. Mit dieser ist man eher schneller als mit dem Taxi.

Am Abend gings dann zum Nachtessen in einer von einem Schweizer geführten Beiz  (Pauls) mit einem lauschigen Biergarten. Das Essen dort war etwas teurer als an andern Orten, aber immer noch sehr erschwinglich. Und vorallem war es wirklich gut. In der Stadt haben wir aber im allgemein einen guten Eindruck vom essen erhalten. Es empfiehlt sich sich, wohl nicht unbedingt einen der günstigen Döner an einer Imbissbude (ab 1.20 Manat) zu konusmieren. Diese sind vermutlich nichts für westeuropäisch angehauchte Mägen. Deshalb haben wirs schon gar nicht ausprobiert. In den Restaurants sind aber die Hygiene Standards soweit in Ordnung.

Danach gings dann bis um Morgen um 6 Uhr mal so richtig in den Ausgang. Gut sind die Dachterassen Beiz auf einem Einkaufszentrum und die diversen um den Fountain-Square gelegenen Kneipen. Diese haben auf  jeden Fall sehr lange geöffnet. Einheimische hatte es allerdings zu später Stunde nicht mehr allzuviele auf der Strasse.

Am Spieltag gings dann noch kurz zum Bahnhof und dann an der Strandpromenade zu einem weiteren aserischen Tee. Dieser schmeckt wirklich sehr gut. Auch das lokale Bier Xirdalan ist ganz gut. Zudem gibts in den meisten Kneipen das hervorragende türkische Efes und natürlich Raki.

Um 18.30 Uhr machten wir uns dann auf die Socken in Richtung Stadion. Da wir dann mit dem Taxi noch in den Feierabend verkehr kamen, hatten wir diesmal etwa 40 Minuten bis zum Stadion. Normalerweise reichen allerdings 20 Minuten locker. Vor dem Spiel gabs dann im Biergarten direkt im Stadion noch einige 1-Manat Bier und das hervorragende Feigenbrot.  Der FCB startete dann nicht wirklich gut in die Partie und lag bis zur 60. Minute mit 0:1 im Rückstand. Da die Jungs aus Baku in der 2. Halbzeit allerdings konditionell stark abbauten reichte es doch noch zu einem halbwegs verdienten 3:1 Sieg für unsere Farben.

Wir gingen nach dem Spiel nochmals kurz zum Bier, dann zurück zum Hotel und nachher direkt via Flughafen Baku zurück nach Basel, wo wir um 05.20 Uhr Ortszeit wieder gelandet sind.

Alles in allem ein Topausflug an eine exotische Destination, welche ich mir allerdings noch etwas exotischer vorgestellt hatte, als es dann effektiv war!