Die Tage ohne Fussball nutzte ich für einem Topausflug in die Anden an den Fuss des knapp 6000 Meter hohen Volcan San José. Bei der Rückfahrt aus den Anden hielten wir bei einer des Deutschen Alpenclubs welche aus Ausgangspunkt für diverse Ski- und Bergtouren dient. Der Hüttenwart ist zwar in Chile geboren spricht aber perfekt Deutsch, so das ich mich das erste mal seit längerem wiedermal in meiner Hauptsprache unterhalten konnte. Allerdings ist es sicherlich so das die Chilenen gegenüber der Sprache englisch um einiges aufgeschlossener eingestellt sind als beispielsweise die Argentinos...
Am Abend nach dem Ausflug stand direkt das Viertelfinale auf dem Programm von Chile gegen den Angstgegner Uruguay. Die Chilenos haben seit 1997 kein Pflichtspiel mehr gewonnen gegen die Jungs vom Rio Platense. Wobei die Uruguayos den Angstgegner von einigen Teams darstellen, da sie sehr unangenehm zu spielen sind. Knallhart, hinten top organisiert, sehr robust und vorne drin haben sie auch noch den einen oder andern der eine der wenige sich bietenden Chancen nutzen kann. Luis Suarez war allerdings auf Grund seiner Bissattacke an der WM letztes Jahr immer noch gesperrt, dafür spielt dort immerhin ein gewisser Cavani im Sturm also auch nicht so schlecht.
Das Stadion war natürlich bis auf den letzten Platz gefüllt, wobei es anzumerken gilt das die Uruguayos vielleicht gerademal 1000 Tickets erhalten haben. Offiziell warens 1800, rein visuell müssen das aber viel weniger gewesen sein. Und angesichts dessen wieviele Uruguayos beim Spiel gegen Paraguay in La Serena waren, ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Tickets für die Auswärtsmannschaft in diesem Fall schon recht speziell....
Die Nationalhymne wurde von den Chilenos insbrünstig mitgesungen was ziemlich Eindrücklich war. Mit Fortdauer der ersten Halbzeit war es stimmungsmässig nicht mehr ganz so laut. Die Chilenen taten sich gegen das Himmelblaue Bollwerk aus Uruguay sehr schwer und fanden nicht wirklich eine Lösung um gefährlich vor das Tor zu kommen. Zudem mussten sie aufpassen damit sie nicht in einen der gefürchteten Konter laufen.
In der 2. Halbzeit kam Action aufs Feld und es gab diverse Rudelbildungen der Spieler nach Fouls welche auch das Publikum entsprechend aufweckte. Nach einer Provokation von einem chilenischen Spieler langte Cavani diesem ins Gesicht und der Chilene fiel recht theatralisch hin. Auf jeden Fall reichte das Cavani die 2. gelbe Karte erhielt. Darauf war das Spiel ewigs unterbrochen, da Cavani kurz vor dem Durchdrehen war. Dies war der Wendepunkt im Spiel und Chile kam nun plötzlich zu Chancen. Das hochverdiente entscheidende Tor viel einige Minuten vor Schluss. Dies war umso wichtiger da es in den Copa Viertelfinals bereits nach 90 Minuten ein Penaltyschiessen gibt, das Spiel bei Unentschieden also nicht verlängert wird.
Nach dem Tor säbelte ein Uruguayo vor der chilenischen Bank einen Chileno um und erhielt zu Recht die rote Karte. Es kam erneut zu tumultartigen Szenen. Das Spiel war sicher nochmals für 5 Minuten unterbrochen. Mit 8 Feldspielern waren die Uruguayos danach machtlos. Zum erstaunen aller lies der Schiedsrichter auch nur 4 Minuten Nachspielen. Es hätten wohl mindestens 8 - 9 Minuten sein müssen. Vermutlich wollte der Schiri die Chilenen nicht zusätzlich strafen, da die Urus für beide längeren Unterbrüche selbst verantwortlich waren.
Nach dem Schlusspfiff brach ein riesiger Jubel bei Spielern und Fans aus und es gab auch in der Stadtmitte ein grosses Fest. Wobei dieses auf dem Hauptplatz Baquedano von der Polizei mit Wasserwerfern aufgelöst wurde. Die Gründe dafür waren nicht wirklich erkennbar, da eigentlich alles ziemlich friedlich ablief. Nun gut die Festereien verlagerten sich danach einfach und gingen bis tief in die kalte Nacht.
Für mich gehts nun am Samstag in Concepcion weiter mit dem Spiel Brasilien - Paraguay und als Abschluss gibts am Montag noch das Halbfinale Chile gegen Peru.

