Nach einer Woche an der Wärme respektive zuletzt der Hitze von Rio de Janeiro flog ich am 11.06.2015 mit der TAM nach Santiago de Chile. Da die Hauptstadt Chiles lediglich auf 522 Höhenmeter und relativ knapp hinter den gewaltigen Gebirgszügen der Anden liegt werden die selbigen sehr tief und spektakulär überflogen. Also schon der Anflug nach Santiago ist sehr beeindruckend. Nach Tagen mit 35 Grad und Nächten mit 23 Grad erwarten mich in Chile nun Temperaturen von Nachts 0 - 3 Grad und Tagsüber 20 Grad. Also zumindest tagsüber ist es ganz angenehm. Dumm nur das die meisten Spiele am späteren Abend stattfinden.
Da mein Appartment relativ Nahe vom Nationalstadions Chile liegt machte ich am Abend des Eröffnungsspiels von Chile gegen Ecuador noch einen kurzen Abendspaziergang zum Stadion und nahm die Eröffnungsfeierlichkeiten inkl. ziemlich heftigem Feuerwerk von ausserhalb des Stadions mit. Die Schwarzmarktpreise wären zwar mehr als bezahlbar gewesen (ca. 30 Euro), da ich noch für 2 Spiele in diesem Stadion Tickets habe verzichtete ich trotzdem auf das Spiel.
Am Spieltag von Mexiko - Bolivien hatte ich mich in Santiago mit einem Schweizer und 2 Deutschen, welche ich aus Argentinien kannte, verabredet. Wir gingen um 13 Uhr los, ab Zentrum von Santiago bis zur Metrostation Universidad de Santiago bei welcher die Busstation Alameda liegt.
Ab dieser Station fahren die Busse der unterschiedlichsten Gesellschaften fast im 10 Minutentakt nach Vina del Mal oder auch Valparaiso, sprich bringt die Einwohner Santiagos ans Meer und auch wieder zurück. Die rund 120 km Fahrt dauern knapp 2 Stunden und kostet umgerechnet lediglich ca. 6 Franken, also ein absolutes Schnäppchen wie alle Überlandbusfahrten in Chile.
Da nachdem Spiel keine Busse mehr zurück fuhren nahm, ich mir für 30 Dollar ein kleines Zimmer in einem Hostal beim Busbahnhof. Der Inhaber des Teils ist Argentino und hat seine Socio Urkunde von Indepediente im Eingang des Hostals aufgehängt. Er hatte Freude das wir für längere Zeit in Buenos Aires waren, diese Schwand allerdings relativ rasch wieder, als wir ihm sagten das wir nicht unbedingt mit Indepediente symphatisieren... Nun gut er war auf jeden Fall ein freundlicher Gastgeber...
Nachdem ich das allererste Mal in meinem Leben den Pazifik gesehen hatte ging es zu Fuss in rund 30 Minuten zum Estadio Sausalito. Diese wurde wohl für die Copa stark modernisiert und etwas erweitert. Das Stadion hat absolut europäischen Standard. Es passen Schätzungsweise 25'000 Zuschauer rein. Gefüllt war es etwa zu 2 Dritteln wobei ein Grossteil der Zuschauer aus Mexiko waren. Dazu kam ein Teil neutrale Chilenen und einige wenige Bolivianer.
Die Geschichte des Spiels und der Stimmung ist relativ rasch erzählt. Es war auf und neben dem Platz recht wenig los. Die Mexikaner vertrieben sich mit der La Ola Welle und den Puto Rufen bei den Auskicks des bolivianischen Torhüters die Zeit. Die Mexikaner auf dem Feld wachten erst rund 15 Minuten vor Schluss auf und hatten noch einige hochkarätige Chancen sowie eine strittige Penaltyszene. Es blieb aber beim alles in allem verdienten trostlosen 0:0.
Nachdem Spiel trennten sich die Wege von unserer Reisegruppe am Busbahnhof voraussichtlich definitiv. Der Schweizer zieht es weiter in Richtung Norden von Chile. Ein Deutscher fliegt zurück in die Heimat und den andern treffe ich allenfalls nächste Woche noch einmal in Santiago - mal gucken. Mein nächstes Copa Spiel ist am Montag in Valparaiso der Klassiker zwischen Ecuador und Bolivien.

