Nach einem Monat Buenos Aires hiess es am frühen morgen des 4.6.2015 Abschied nehmen von einigen coolen Leuten, Lomo, Choripan, den tollen Vierteln Palermo, San Telmo und viel argentinischen Fussball. Um 07 Uhr in der Früh ging der Flug der Brasilianischen Airline TAM ins im Vergleich zu Buenos Aires sehr warme (32 Grad) Rio de Janeiro.

Der Zufall wollte es das am Ankunftstag um 16 Uhr ein Spiel von Fluminense im grossen und geschichtsträchtigen Maracana angesetzt war. So gings nach dem einchecken von meinem Hotel in Flamengo mit der U-Bahn zum Maracana. Die Haltestelle liegt direkt neben dem Stadion. Somit ist dieses also äusserst einfach zu erreichen, was ich nach dem Monat in den Quartierstadien in Buenos Aires schon fast nicht mehr gewohnt war.

So war ich auch gut eine Stunde vor dem Spiel dort und drehte noch ne kurze Runde ums Stadion. Es waren diverse Kassen geöffnet, aber alle mit riesigen Schlangen. Die einzige Kasse an welcher man in Absehbarer Zeit bedient wurde, war diese für den Sektor Maracana Mais. Das ist ein Semi-VIP Sektor mit Topplätzen und was zu essen und Trinken gibts auch dazu. Das ganze für umgerechnet rund 50 Franken. Da es mich angurkte in der prallen Sonne ne gute Halbe Stunde anzustehen entschied ich mich für diese Kategorie und das ganze war auch wirklich ne gute Sache.

Auffällig war das rund ums Stadion alles sehr gut angeschrieben ist und auch diverse offizielle Personen da waren die man bei Problemen kontaktieren konnte. Etwas was in Argentinien doch einiges schlechter oder schlicht anders ist. Ebenso hat es hier rund ums Stadion keine privaten Verkaufsstände und Grills. Was in Argentinien gang und gäbe ist - gabs hier nicht - der moderne Fussball ist wohl mit der WM in Brasilien angekommen.

Das Monument des Weltfussballs ist vorallem von innen sehr eindrücklich. Die knapp 80'000 Sitzplätze sind in einem Oval angeordnet und waren nicht ganz zur Hälfte besetzt. Wobei die Südkurve von den Fluminense Anhängern komplett gefüllt war. Auf der Auswärtsseite waren wohl rund 200 Nasen anzutreffen, was in den riesigen Sektoren natürlich nach ziemlich wenig aussieht. Nachdem die Südkurve ausverkauft wurde auch noch ein Sektor für die Fluminense Fans geöffnet auf der Nordseite welcher wohl auch nochmals mit etwa 1000 Personen gefüllt war. In den mittleren Sektoren war nur der Unterrang geöffnet und dieser eher spärlich besetzt.

Stimmungsmässig war es einiges besser als erwartet, vorallem Anfangs 2. Hälfte als es dunkel wurde und das Flutlicht anging war in der grossen Fluminense Kurve doch schön etwas los. Und es war als Abwechslung auch wieder mal angenehm etwas andere Melodien zu hören, als die ewig sehr ähnlichen in Argentinien. Die beiden Tore von Fluminense wurden frenetisch gefeiert. Fussballerisch hat mir das Spiel einiges besser gefallen als die meisten Spiele in Argentinien. Das Spiel war viel flüssiger und eher von der Offensive als von der Defensive bestimmt. Grundsätzlich kann man wohl sagen das in Argentinien auf den Rängen mehr los ist als auf dem Feld und in Brasilien ist es umgekehrt.

Speziell war noch das die Auswärtsfans in der 40. Minute der 2. Hälfte auswählen konnten ob sie das Stadion verlassen wollen oder nach dem Spiel drinbleiben bis alle Fluminense Fans verschwunden sind. Die meisten gingen wohl auch Angesichts des Spielstands in der 40. Minute freiwillig.

Nach dem Spiel empfiehlt es sich etwas zu warten bis die ersten überfüllten U-Bahnzüge Richtung Stadt gefahren sind und sich danach auf die Socken zu machen. Das Zentrum ist nur einige Haltestellen entfernt.

Die nächsten Tage gibt's jetzt etwas Sightseeing, vielleicht noch etwas Fussball und schliesslich geht's nächsten Donnerstag weiter zur Copa America in Chile.