Am Morgen gings per Taxi für rund 25 Euro vom Hotel zum Kiewer Flughafen. Der Preis ist grundsätzlich OK, da die Distanz wirklich sehr weit ist. Denke wir waren insgesamt etwa 45 Minuten unterwegs und dies bei sehr tiefem Verkehrsaufkommen.

Das nächste Abenteuer unserer Reise stand nun bevor. Mangels Alternativen buchten wir einen Flug mit der Weissrussischen Fluggesellschaft Belavia von Kiew via Minsk nach Warschau. Lange war nicht ganz klar ob wir nun für diese Reise ein Transitvisum für Weissrussland brauchen oder nicht. Ist aber die Aufenthaltsdauer unter 24 Stunden am Flughafen braucht man glücklicherweise keines. Bei der Ankunft in Minsk war der kleine Transferdesk mit dem rund 40 Transfergästen leicht überfordert. Letztlich schafften es aber alle irgendwie auf den gewünschten Folgeflug. Die meisten der 40 Transitreisenden flogen logischerweise weiter nach Warschau wo am Abend bereits unser nächstes Spiel auf dem Programm stand. Der Flug von Minsk nach Kiew verlief problemlos und meine erste und bisher einzige Stunde auf weissrussischem Boden war mehrheitlich spannend.

In Warschau erwartete uns eine andere Welt als in der Ukraine. KFC, Mc Donalds, Burger King und Starbucks geben sich hier die Klinke in die Hand währenddem man in der Ukraine nur den einen oder andern Mc Donalds antrifft. Die westliche Welt ist definitiv in Warschau angekommen. Zu unserem erstaunen waren die Preise für das Essen/Trinken aber immer noch sehr günstig und höchstens minim Teurer als in der Ukraine.

Am späteren Nachmittag trafen wir in der wunderschönen Warschauer Altstadt noch 2 bekannte Gesichter aus Basel welche bereits seit einer Woche in Polen unterwegs waren. Natürlich tauschten wir uns über die Unterschiede zwischen den beiden Ländern aus, die doch immens sind. Hier das nach Westen geöffnete Polen und dort die doch zumindest politisch noch immer sehr verschlossene Ukraine.

Am Abend gings dann raus zum neuen Wahrzeichen der Stadt, dem Nationalstadion. Wiederum waren tausende von Russen am Start welche Ihre Mannschaft hier unterstützten. Die wohl rund 20000 waren nur am Anfang (bis zum 0:1) zu hören und es hatte wiederum viele leere Plätze im Stadion. Grundsätzlich kommen die Kollegen aus Russland halt schon nicht so symphatisch rüber, aber so ist das nun mal. Letztlich war es ja die kleine Fangruppe aus Griechenland welche jubeln durfte. Griechenland das auf Grund der Eurokrise arg gebeutelt ist, genoss den Triumph an der Euro sichtlich. Denke es war auch ein wichtiger Sieg für das Selbstvertrauen der griechischen Nation. Nicht auszudenken wenn die auch noch die Deutschen schlagen....

Nachdem Spiel gings per gut organisiertem Shuttlezug zurück in die Innenstadt und dort zum feiern mit den Griechen. Es kam in vielen Gartenbeizen zu spontanfeiern zwischen feiernden Griechen und den ausgeschiedenen einheimischen Polen. Die Russen hingegen hatten ausgelacht und konnten nach Hause fahren. Das war für uns so auch OK....

Nach diesem Spiel hatten wir noch gut 2 Tage in Warschau welche wir zum Sightseeing (Palast der Kulturen, Laszielka Park, Altstadt etc.) und zum Shopping nutzten. Auch das kulinarische kam nicht zu kurz. So entdeckten wir die kultigen Milchbars welche ein überbleibsel aus der kommunistischen Zeit darstellen. Damals garantierte der Staat der Bevölkerung mehr oder weniger eine warme Mahlzeit pro Tag und subventionierte daher die Milchbars. Einige von diesen gibt es auch Heute noch und sie sind immer noch sehr günstig. Wir assen und tranken zu zweit für rund 5 Euro in so einem Teil und das auch noch erstens sehr gut und zweitens in einer besonderen Athmosphäre. Also wer in Warschau ist - unbedingt so eine Milchbar aufsuchen!

Der Milchbar Besuch stellte somit auch den Abschluss unserer Tollen Euro 2012 dar. Danach ging noch mit der polnischen Lot zurück nach Zürich wo sich der Kreis unserer Reise wieder schloss.