Am Ostersonntag gings dann erstmalig raus zum Ali Sami Yen Stadion. Das grosse Derby zwischen Galatasaray und Feherbace stand auf dem Programm. Das Stadion ist vom Zentrum her relativ einfach per Taxi zu erreichen. (ca. 15 TL)
Es empfiehlt sich etwas vor dem Stadion aus dem Taxi auszusteigen. Direkt vor dem Stadion ist es sehr eng und unübersichtlich. Dann ist es ziemlich mühsam überhaupt aus dem Taxi rauszukommen. Ausserdem war natürlich 2 Stunden vor dem Spiel auch schon brutal viel Betrieb vor dem Stadion.
Dann gings natürlich weiter auf die Suche nach einem Schwarzhändler. Neben dem Internet Abholschalter hab ich dann relativ schnell einen gefunden. Nach kurzen Verhandlungen einigten wir uns auf einen Preis von 70 Euro. Regulär hätte das Tic rund 30 Euro gekostet. Der Typ rief dann kurz jemanden an, verschwand und kam dann 3 Minuten später mit der Karte wieder zurück. Nach der Bezahlung gings noch kurz auf einen Kaffee in das nahe gelegene Starbuck. Auch Mc Donalds ist in der Nähe des Ali Sami Yen präsent..
Rund 90 Minuten vor Anpfiff machte ich mich dann auf den Weg ins Stadion. Dies war um diese Zeit auf 3 Seiten bereits praktisch voll. Die Stimmung war eine Stunde vor Spielbeginn bereits bombastisch. Auf meiner Hintertortribüne waren grundsätzlich nummerierte Plätze. Es herrschte aber mehr oder weniger freie Platzwahl. Das war mir natürlich auch recht, so konnte ich mir einen etwas ruhigeren Platz im Block aussuchen. Sofern es diesen beim Derby überhaupt gibt...
Das Stadion selbst ist sehr eng und die Zuschauer sind hautnah dabei. Die Stimmung überträgt sich extrem schnell runter aufs Feld. Bis auf die mittleren Sektoren auf der Haupttribüne stand das ganze Stadion während praktisch 90 Minuten. Die Hauptkurve befindet sich auf der Gegentribüne in der Mitte. Es wird aber auf allen Tribünen mitgesungen und Stimmung gemacht.
Der Gästeblock war natürlich auch Proppevoll. Da ich auf der andern Seite war, hörte ich diesen aber eigentlich nur in den letzen 10 Miniuten. Ansonsten waren die Heimfans schlicht zu laut. Das hüpfen und soweiter sah aber ganz gut aus. Feuer gabs wenig bis gar nichts aus dem Gästeblock.
Als die Feherbace Spieler zum Einlaufen reinkamen flogen dann mal hunderte von Wasserbechern in Richtung Spielertunnel. Eine herrliche Begrüssung der Gastmannschaft... Die Spieler von Galatasaray wurden während dem Einlaufen mit einem speziellen Lied und Ritual immer wieder einzeln zu den Fans gerufen.
Vor dem Anpfiff wird bei der Süperlig jeweils die Nationalhymne gespielt. Danach gings dann los und die Galatasaray Spieler wurden mit dem berühmten Ci Bom Bom nach vorne getrieben. Die ersten 15 Minuten waren dann auch das beste was das Spiel her gab. Das Niveau sank laufend. Nach der Pause brauchte dann Röbi Carlos etwa 3 Minuten bis er einen Eckball ausführen konnte da sich die Galatasaray Fans wieder in der Pause mit Wasserbechern aufmunizionierten. Sonst passierte eigentlich lange nicht mehr viel auf dem Feld.
Auf den Rängen wurden noch einige Bengalen und hunderte von grossen Wunderkerzen gezündet was dann doch noch einen schönen Rauch ergab. Als ich mich dann schon langsam auf den Heimweg machen wollte, kam es zuerst auf dem Feld zu tumultartigen Szenen. Die beiden Mannschaften gingen praktisch komplett aufeinander los. Nach langem hin und her gabs dann in der 100. Min. (!!) je 2 rote Karten.
Der ganze Hass hatte sich natürlich längst auf die Ränge verschoben wo man nun versuchte diverse Gegenstände und Fackeln in den Feherbace Block zu werfen. Hunderte von Nasen waren auf dem Vordach der Untertribüne und provozierten in Richtung Feherbace Block. Das Dach neigte sich arg aber es hielt dann glücklicherweise doch. In unserem Block wurden diverse Sitze rausgerissen und in Richtung Feld geworfen. Das ganze beruhigte sich nur sehr langsam. Irgendwann ging ich dann in Richtung Ausgang und verlor in einem Mordsgedränge noch mein Portemonnaie. Evtl. wurde es auch geklaut aber das konnt ich nicht mehr so genau eruieren. Glücklicherweise war nicht allzuviel darin so das sich der Schaden in Grenzen hielt. Schade einfach um den Geldbeutel welchen ich mir mit stundenlangen Feilschereien auf dem Basar erhandelt hatte...
Auf jeden Fall war ich dann froh das ich wieder aus diesem Gewurstel raus war und machte mich per Taxi auf in Richtung City. Ich konnte dann noch einen Kollegen organisieren welcher das Taxi für mich bezahlen kam und alles war tip top. Danach gings dann noch ein letztes Mal ins Istanbuler Nachtleben welches mich wirklich ziemlich überzeugte in diesen Tagen. Vorallem im Taksim Quartier ist am Wochenende die Hölle los!

